Dekubitus wird in allen Bereichen des Gesundheitswesens gemeldet, betrifft alle Altersgruppen und ist sehr kostspielig, sowohl für die Lebensqualität als auch für die Ressourcen des Gesundheitssektors. 

Dekubitus bildet sich, wenn konstanter Druck auf eine Knochenerhebung die gesunde Kapillarströmung behindert, was wiederum zu Gewebenekrose führt. Dies tritt typischerweise auf einer Knochenerhebung auf, kann aber auch in jeder anderen Situation auftreten, bei der der Blutfluss in der Haut behindert wird. Die Ätiologie von Dekubitus ist multifaktoriell. Zusammen mit Druck, Reibung, Scherkräften, Feuchtigkeit und Temperatur als extrinsische Hauptfaktoren wurden in der Literatur mehr als 100 extrinsische und intrinsische Faktoren identifiziert, die die Widerstandsfähigkeit der Haut senken und die Anfälligkeit von Patienten erhöhen.

Pathophysiologie

Unser Körper lässt kurze Hochdruckbelastungen und längere Tiefdruckbelastungen zu; dies ist charakteristisch für unser alltägliches Leben. Wenn jedoch die unabhängige Bewegungsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit der Haut durch eine Erkrankung oder Altersschwäche beeinflusst werden, steigt das Dekubitus-Risiko. Verlängerte Kompression und/oder subkutane Gewebedistorsion können die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen verringern, was zu einer Ansammlung von toxischen Metaboliten führt.

Ein Druck auf die Haut von gerade einmal 6 mmHg kann den Blutfluss durch die Kapillaren verhindern. Es lässt sich innerhalb eines sehr weit gefassten, individuellen Bereichs nicht bestimmen, was für die jeweilige Person ein „sicheres“ Druckniveau ist.

Normale Physiologische Reaktion auf Druckbelastung

Gesunde Menschen machen in geringen Zeitabständen unbewusste Bewegungen, um dauerhafte Druckbelastungen zu vermeiden, sogar im Schlaf. Diese Bewegungen entlasten das Gewebe und es stellt sich dank Reperfusion ein Prozess der „reaktiven Hyperämie“ ein, was einem „Durchspülen“ von Blut durch das Gewebe gleichkommt. Diese normale physiologische Reaktion versorgt das Gewebe wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen und beseitigt toxische Stoffe: diese Reaktion ist möglicherweise durch eine Hautrötung (Erythem) zu erkennen, die durch leichten Fingerdruck erbleicht (weiß wird).

Hinweis: Dieses Phänomen darf nicht mit einer andauernden Rötung verwechselt werden, die anhält und nicht erbleicht (Dekubitus Schweregrad 1) oder einer Reperfusion, die nach einer langen Ischämie auftritt und mit einer Reperfusionsverletzung in Verbindung steht.

Präventive und Therapeutische Strategien

Auflageflächen mit alternierender Druckverteilung ahmen spontane Körperbewegungen nach, indem sie wiederholt und automatisch das Gewebe durch Aufblasen und Absenken der Matratzenzonen oder des Kissens entlasten. Dieser Effekt kann im Labor durch die Verwendung von Studien über Auflagendruck (Interface Pressure – IP) und Doppler-Perfusion nachgemessen werden.

Alternierender Druck wurde im Gegensatz zu anderen Vorgehensweisen speziell für den Umgang mit Dekubitus entwickelt. Das Verfahren wird durch die größte Bandbreite klinischer Nachweise gestützt, von ausgiebigen klinischen Studien bis hin zur Spezialpflege, z. B. Intensivpflege, Brandwunden, Rückenmarksverletzungen und rekonstruktive Chirurgie.